Die besondere Art der Einweisungen oder einfach was aufm KTW so üblich ist


Vor kurzem war ich zusammen mit zwei ebenfalls jungen Kolleginnen, die sich die Schicht teilten, auf dem Krankenwagen als Begleiterin unterwegs.

Hierbei habe ich in 12 Stunden 9 Transporte gefahren, ein durchschnittlicher Wert. Doch währendessen gab es gleich mehrere Situation, wo man einfach nur den Kopf schütteln kann bzw. muss.

Am Morgen verlief noch alles normal, wir sind insgesamt 4 Transporte gefahren. Von der Einweisung über die Ambulanzfahrt bis hin zur Entlassung.

Nerviger wurde es jedoch am Nachmittag. Nach einer kurzen Pause auf der Wache, bei der noch die Datensätze für die Krankenkasse im PC nachbearbeitet werden mussten und ein schneller Kaffee getrunken werden konnte, ging es weiter.

Wir wurden von der Leitstelle zu einem Transport ins Krankenhaus alarmiert. Es sollte wohl um starke Schmerzen nach einer Rippenfraktur gehen. Die Papiere wären beim Patienten vor Ort.

Angekommen in der Außengemeinde wurden wir bereits von der Tochter der Patientin erwartet. Sie brachte uns zu der ca. 70-jährigen Patientin, die bereits voll angezogen in der Küche auf uns wartete. Der einweisende Arzt hatte die Papiere wie angekündigt da gelassen. Es war ein perfekt ausgefüllter Transportschein vor Ort, dazu aber leider keine Einweisung ins Krankenhaus, sondern eine Überweisung zu einem Orthopäden, wohl gemerkt von einem orthopädischen Facharzt, der als Bereitschaftsarzt vor Ort gewesen ist.

Naja wir ignorierten als Besatzung diesen kleinen Fehler mal ganz, denn ändern konnten wir ihn eh nicht, aber etwas wundertern wir uns schon. Doch wir kümmerten uns lieber um die Patientin. Diese war vor einigen Wochen auf die Seite gefallen und hatte dort eine Rippenfraktur erlitten. Nun hätte sie Schmerzen, welche vorher nicht so da waren. Diese sind nun einmal aber bei solchen Frakturen nicht unüblich. Die Patientin nimmt wohl nun auch Schmerzmittel und hat somit aktuell fast keine Schmerzen mehr, vorallem aber keine atemabhängigen Schmerzen oder generell Atembeschwerden. Somit ist eine Einweisung schon etwas verwunderlich, doch sie will zur Abklärung in die Klinik und so fahren wir sie sitzend auch dahin.

In der Klinik haben wir die Patientin sowohl dem Pflegepersonal als auch dem diensthabenden Chirurgen übergeben. Beim Arzt wurden wir angepflaumt , warum die Frau nun überhaupt hier sei und dass sie ja eh nichts frisches habe. Das Pflegepersonal beschwerte sich ebenfalls deshalb und zudem wurde die falsch ausgestellte Überweisung, auf die ich auch nur hinweisen konnte, bemängelt. Leider sind war als Rettungsdienstpersonal der falsche Ansprechpartner, denn ich kann auch nichts gegen solche Einsätze bzw. Abfertigungsweisen der Patienten tun.

Danach geht es gleich zum nächsten Transport ins Krankenhaus. Dieses mal soll eine telefonische Einweisung vorliegen, also keine Papiere vor Ort. Wir fahren in einen Außenort zu einem älteren Herren, der einen Blasenkatheter hat und dieser jetzt verstopft ist. Somit kann der Arzt vor Ort eh nichts tun, da der Patient einen neuen Katheter gelegt bekommen muss. Deshalb hat der Arzt direkt gesagt, dass der Patient ins Krankenhaus muss. Die Fahrt ins Krankenhaus verläuft unproblematisch und dort könne wir den Patienten an das Pflegepersonal übergeben.  Wir bekommen hier auch von der Klinik einen Transportschein, denn dieser wird nun einmal trotzdem zur Abrechnung benötigt.

Als Folgeeinsatz geht es gleich zur nächsten Einweisung. Dieses Mal ist die Fahrt recht kurz und es geht in ein Altenheim in der Stadt. Dort soll ein Patient mit einem sehr hohen Blutzucker auf uns warten. Laut einweisenden Arzt soll dieser im Pflegeheim nicht richtig behandelt werden, nun soll der Mann ins Krankenhaus. Auf der Station angekommen, suchen wir zunächst eine Schwester. Sie ist zunächst sehr verwundert, was wir hier möchten, denn sie erwartet keinen Rettungsdienst. Nach den Schilderungen unsererseits kann sie nur mit dem Kopf schütteln. Der Bereitschaftsarzt war vor Rot gewesen und hätte eigentlich keine Klinikeinweisung gewollt, auch habe es Probleme mit dem Arzt wegen der Behandlung des Patienten gegeben, er habe ich nichts unterschreiben wollen, schon gar keine Einweisung. Doch dann hat er anscheinend doch eine Klinikabklärung gewollt und niemanden außer der Leitstelle Bescheid gegeben. Papiere hatte er schon gar keine ausgestellt.

Wir schauten uns den Patienten also nun einmal an und die Schwester sollte nach der hochdosierten Gabe von Insulin den Blutzucker noch einmal messen. Dieser war nun immer noch stark erhöht, dem Patienten ging es jedoch halbwegs gut. Aufgrund des weiterhin hohen Blutzuckerwertes entschlossen wir uns in Absprache mit dem Pflegepersonal also zum Transport des Patienten in die Klinik. Es wurden shnell ein paar Sachen gepackt. Danach geht es liegend mit dem Patienten in die Klinik. Dort versuchen wir den Patienten dem dienstahbenden Internisten zu übergeben, was aufgrund von Sprachproblemen auch nicht gerade einfach ist, doch es funktioniert und dort bekommen wir auch endlich den Transportschein.

Nach diesen drei teils schwierigen Einwesiungen dürfen wir endlich kurz einen Kaffee trinken. Danach geht es noch einmal quer durchs Leitstellengebiet zu einem Infektionstransport.

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