Blockwoche auf dem Weg zur Rettungsassistentin


Vor kurzem durfte unser berufsbegleitender Lehrgang zum Rettungsassistenten zum ersten Mal eine ganze Woche zusammen verbringen. Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber, der mich für diese fünf Tage freistellte und ich somit an allen Tagen vollständig anwesend sein könnte.

Allerdings machte mir meine Gesundheit bereits einen dicken Strich durch diese Rechnung. Ich lag zunächst mit einer ganz tollen Gastroenteritis zuhause und überlegte mir, ob ich überhaupt noch etwas Essen oder Trinken sollte. Meinen Magen-Darm-System ging es jedoch dann irgendwann etwas besser, sodass ich nach unzähligen Kamillentees und Zwieback wieder fitter wurde.

Somit verpasste ich nur einen Tag, an dem es genau um das Thema Verdauungssystem mit Anatomie und Physiologie ging. Auch ein bisschen Untersuchungstechniken anhand von Fallbeispielen wurde am ersten Tag durchgegangen.

Am zweiten Tag sollte noch einmal den ganzen Tag Theorie anstehen, nämlich die Pathophysiologie Abdomen, also sämtliche Erkrankungen im Bauchraum sowie Neurologie mit Anatomie und Physiologie. Hierbei merkten wir sehr schnell, dass es einmal mehr sehr umfangreich ist und man am Nachmittag nicht mehr sehr aufnahmefähig ist.  Doch unsere Dozenten, ein sehr erfahrener Rettunsassistent mit pädagogischen Studium und vielen weiteren Zusatzausbildungen sowie ein Assistenzarzt machten einen interessanten Unterricht.

Auch am dritten Tag gab es noch etwas Theorie, nämlich zum Thema neurologische Notfallbilder. Hierbei wurden aber die Pathophysiologie, also die Krankheitsbilder, gleich mit der Versorgung gemischt, sodass wir nicht zu eintönigen Unterricht hatten. Am Nachmittag ging es um die Versorgung vom Akuten Abdomen. Hierbei wurde von der körperlichen Untersuchung bis hin zur Gabe von Medikamenten und der Lagerung alles mögliche durchgegangen.

Danach waren wir theoretisch sehr fit im Thema Neurologie und Abdomen. Somit sollte es an den restlichen zwei Tagen nun in die Praxis gehen. Es erwarteten uns in Kleingruppen zu 10-15 Leuten verschiedene Fallbeispiele. Unsere Dozenten liesen sich dazu auch immer etwas einfallen, um alle möglichst gut zu beschäftigen. So gab es immer jemanden, der die Leitstelle spielte und damit für Alarmierung, Funk und Rückmeldungen zuständig war. Eine weitere Person war der Mime und spielte so gut es ging die einzelenen Krankheitsbilder. Manche Schüler entwickelten sich hier echt zu Schauspielern. Auch ich mime sehr gerne. Man muss nur aufpassen, dass man es für sich selbst nicht übertreibt.

Bei einem Fallbeispiel sollte ich sehr schnell atmen und dies ist auf Dauer echt nicht wirklich gesund, was ich an mir selbst nach der Versrogung auch feststellen konnte. Habe aber nichts gesagt, nach ein paar Minuten war das Gefühl auch wieder weg.

Dazu gab es immer einen Schreiberling. Dieser stand an der Wand und notierte die Versorgung mit dem ABCDE-Schema sowie die Anamnese mit SAMPLER. Dies ist besonders hilfreich, um nach dem Fallbeispiel alles noch einmal durchzugehen, ohne etwas zu vergessen.

Dazu kommt noch ein Notarzt, der irgendwann einmal hinzu tritt und eine vernünftige Übergabe bekommen soll. Er muss nur anhand dieser entscheiden, was die Verdachtsdiagnose ist und wie die weitere Behandlung ablaufen soll.

So nun fehlt natürlich noch das eigentlicht Team. Es besteht immer aus 3 Personen. Einen Teamleiter, der eben der Chef ist, und seinen zwei Helfern, an die er alles delegieren darf und diese auch mal gefragt werden dürfen.

Damit sind bei den praktischen Übungen immer eine Menge Leute beschäftigt und der Rest sind eben die Beobachter, die durch Zuschauen lernen. Nach jeden Fallbeispiel wird durchgetauscht, sodass jeder einmal in verschiedene Rollen schlüpft. Am wichtigsten und für die Prüfung relevant ist natürlich die des Teamleiters.

Während der letzten zwei Tage tauschen wir auch unsere Ausbilder und lernen somit teils auch verschiedene Meinungen kennen. Doch vor allem werden wir immer sicherer in der Versorgung nach ABCDE. Keiner von uns macht seine Sache schlecht und es darf auch einmal etwas kritisiert werden. Meist ist jedoch die eigene Kritik die größte. Doch schließlich  sind wir zum Lernen da.  Vom Herzinfarkt, über Lebensmittelvergiftung, Blinddarmentzündung, chronischen Darmerkrankungen bis hin zum Apoplex, Krampfanfall oder verschiedenen Hirnblutungen.

Am Ende der Blockwoche gibt es noch einmal mit allen Teilnehmern eine kurze Aussprache. Hierbei wird die Woche kurz evaluiert und auch ein paar wichtige Ansagen für die kommenden Wochenenden gemacht. Danah verabschieden wir uns nach vielen gemeinsamen Stunden in den wohlverdienten Feierabend.

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