Das vierte Wochenende auf dem Weg zum Rettungsassistenten


Am vierten Wochenende ging es zunächst wieder mit Theorie los. Für unsere Gruppe stand Grundlagen der Pharmakologie an. Hierbei versuchte uns unser Biochemiker als Dozent zu erklären, was Pharmakodynamik und -kinetik ist sowie den Weg der Medikamente und ihre Wirkweise durch den Körper. Für viele und auch für mich war diese Lehreinheit sehr anstrenged, denn es wurde alles sehr komplex und wissenschaftlich (eher wie eine Vorlesung für Medizinstudenten) erklärt. Aber gleichzeitig nimmt man natürlich auch viel neues Wissen auf, was erst einmal verarbeitet werden muss.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt, dass oral eingenommene Medikamente einen sogenannten First-Pass-Effekt unterliegen und damit nicht in voller Stärke zum Wirken kommen, denn sie werden bereits vorher teilweise ab- bzw. umgebaut.

Am Nachmittag folgte der erste Teil von EKG Interpretation. Hier durften wir uns zunächst anhören wie die Geschichte des Elektrokardiograms ist und was physikalisch so geschieht. Danach ging es zu den verschiedenen Formen der Ableitungen. So lernten wir den Unterschied zwischen Einthoven und Goldberger sowie uni- und bipolar kennen.

Aber auch wie wichtig das exate Aufkleben eines 12-Kanal-EKGs nach Wilson mit den richtigen Stellen für die Brustwandableitungen wurde uns deutlich gemacht. Daneben erfolgte noch einmal die Erlätuerung, was man genau in OPQRST als Abschnitte eines Impulses am Herzens sieht und wann welche Teile des Herz erregt werden.

Es folgte ein Schema, womit man ein EKG einfach auswerten kann. Dies beurteilt sich nach Erregung, Frequenz, Abfolgen und einigen mehr, was ich noch einmal gesondert aufschreiben möchte, denn es wäre hier zu viel. Es ist sehr schnell machbar und für eine erste Einschätzung des Patienten ausreichend.

Der Dozent machte uns schließlich die Lagetypen des Herzens deutlich. Dies erfolgt anhand des Carbrera-Kreises sowie auch einer vereinfachten Darstellung. Hierbei merkten wir alle, dass EKG mit Linkstyp, überdrehten Rechtsty und Co. echt total interessant sein kann. Dies lag vorallem daran, dass wir verstanden, wie man so ein EKG auswertet.

Zum Ende hin schauten wir uns noch einige EKG Beispiele an und versuchten sie nach den gelernten Punkten zu analysieren.  Der Nachmittag war somit sehr schnell vergangen und wir nahmen eine Menge Wissen mit nach Hause.

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Am Sonntag starteten wir mit dem Thema Pathophysiologie Atmung. Dabei wiederholten wir zunächst noch einmal die Anatomie und Physiologie anhand eines Arbeitsblattes.

Danach folgte der eigentliche Unterricht mit den Krankheitsbildern Asthma, COPD, Schocklunge, Hyperventilation sowie Pneumothorax und Pneumonie. Hier wurde die Definition erklärt sowie Ursachen, Risikofaktoren, Auftretungsformen, Stadien und einiges mehr erkläutert. Auch die verschiedenen krankhaften Atmungsformen wurden noch einmal dargestellt.

Am Nachmittag durften wir endlich praktisch heran. Wiederum geteilt in Kleingruppen zu 10 personen sollte sich alles um das Thema Gefäßzugänge und Spritzen drehen. An drei Stationen übten wir hier.

Meine Gruppe begann mit den Injektionen in den Muskel (i.m.) bzw. unter die Haut (s.c.). Dies ist beides im Rettungsdienst nicht so häufig. Es wurde von einer ganz netten Krankenschwester erklärt, die selbst an der Schule ihre Rettungsassistentenausbildung absolviert hat. Auf einen kurzen Theorieteil mit der Vorgehensweise sowie dem Einsatzspektrum folgte die Demonstration der Injektion. Danach durften wir alle einmal an einem Phantom üben.

Als zweites war der alternative Zugang mittels intraossärer Punktion (i.o.), also in den Knochen mit Hilfe eines Bohrers, gefragt. Der junge Dozent zeigte uns hierbei ein Lehrvideo eines Herstellers. Danach erklärte er noch einmal genau das Einsatzspektrum und die Vorgehensweise. Auch schauten wir uns noch einige kurze Videos zum Thema Eigenversuch und Schmerzen sowie unterschiedliche Systeme an. Danach ging es auch hier in den praktischen Teil. Der Rettungsassistent als Ausbilder zeigte uns noch einmal, wie es genau geht. Anschließend durften wir an Übungsknochen mit künstlichen Haut- und Muskelgewebe selbst Hand anlegen. es ist schon irgendwie ein tolles Gefühl, wenn auch seltsames Gefühl, mit der Bohrmaschine einen Zugang zu legen und diesen zu spülen.

Als letztes durfte meine Gruppe die intravenösen Zugänge (i.v.) üben. Hierbei standen uns wieder einige Übungsphantome, also künstliche Arme und Hände, zur Verfügung. Zum Beginn erklärte unser Ausbilder noch einmal kurz die Vorgehensweise, wobei jeder von uns dies bereits ausführlich kennt.  Sehr bald dürfen wir nun selbst üben. In Zweiergruppen wurden jetzt haufenweise Zugänge gelegt. Die Übungsvenen sind jedoch schon recht zerstochen, sodass es teilweise recht schwierig ist, noch eine Stelle zu finden, in der noch niemand hineingestochen hat. Hierbei verbrauchten wir innerhalb kurzen Zeit sehr viele Nadeln, doch dafür sind wir jetzt um Umgang mit Zugängen etwas geübter.

Achja: ganz erhlich, anstatt an Phantomen zu üben, hätten wir uns auch gegenseitig venöse Gefäßzugänge gelegt. Dies ist aber aus hygiene bzw. versicherungsgründen nicht möglich gewesen. Auf jeden Fall hätte niemand meiner Gruppe davor Angst gehabt und hätte sich nach dem Motto „stech ich dich, stichst du mich“ auch einmal einen Zugang legen lassen.

Mit diesem praktischen Nachmittag war das vierte Wochenende auch schon vorbei und wir machten uns auf den Nachhauseweg und freuten uns schon auf das Wiedersehen am nächsten Wochenende.

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2 Kommentare

  1. OPQRST lässt sich eher zur Schmerz- (Onset, Provocation, Quality, Region, Severity, Time) als zur EKG-Diagnostik verwenden (kein O im ekg, PQRST(U)).
    😉

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