Übernahme von kleinen Führungsrollen


Ich bin noch jung und zwar mittlerweile seit ca. 6 Jahren in meiner Hilfsorganisation sowie der Feuerwehr aktiv, doch bislang war es eben fast immer so, dass ich die Rolle des Helfer ausfüllte, d.h. ich stehe in der Führungskette ganz unten und mache das, was mir angetragen wird. Im Einsatz sollte hierbei nicht groß herumdiskutiert werden, denn die Zeit drängt und man führt seine Aufgaben aus. Dies kann beim Feuerwehreinsatz die Rolle einer Truppfrau sein, die auf ihren Truppführer und den Gruppenführer hört oder beim Rettungsdienst eben als Fahrerin, die immer einen Fahrzeugführer dabei hat.

In letzter Zeit dreht sich die Lage jedoch immer mehr. Ich werde älter und bekomme mehr Erfahrung, so habe ich auch mehr Ausbildung. Daher rücke ich in der Hierarchie etwas nach oben und so kommt es öfters vor, dass ich kleinere Führungsaufgaben übernehmen muss oder soll.

Dabei ist es ein rießengroßer Unterschied, ob man dies in der Theorie beherrscht oder eben beim Einsatz da steht und plötzlich Entscheidungen treffen und Anweisungen geben muss.

Im Rettungsdienst bin ich mittlerweile seit ca. 1,5 Jahren als Begleiterin auf dem Krankenwagen aktiv und dort ist es mir auch recht leicht gefallen, die Führung zu übernehmen. Zum einen geht es hier nicht um zeitkritische Entscheidungen und zum anderen ist man immer noch ein Team und berät sich über manche Dinge gemeinsam (z.B. Transportart und Umlagern des Patienten).

Im letzten Jahr bin ich dabei auch des öfteren mit neuen Einsatzkräften gefahren. Dabei musste ich wohl oder übel die Führung übernehmen. Anfangs hatte ich davor noch etwas Angst, da man eben im Einsatz niemanden hat, den man einmal schnell fragen kann. Doch es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht mit den jungen Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich habe dabei gemerkt, dass es nicht allzuschwer ist, die Führung zu übernehmen. Zudem konnte ich einiges an die unerfahrenen Kollegen weitergeben.

Auch in der Feuerwehr werde ich häufiger in kleine Führungsrollen gesteckt. Begonnen hat dies zunächst als ich bei einigen Einsätzen nicht mehr als Trupfrau hinter meinen Truppmann stand, sondern nun als Trupführerin eingesetzt wurde.  Dabei ist die Kommunikation zum Gruppenführer besonders wichtig. Häufiger war dies auch bei Atemschutzeinsätzen bzw. -übungen zu beobachten.

Als ich zum Beispiel bei einem großen Feuerwehreinsatz auf einmal Truppführerin mit einem mir recht unbekannten Truppmann gewesen bin, habe ich in mehreren Situationen gemerkt, wie man mit seinen Aufgaben wächst. Zum einen musste ich sagen, was wir als nächstes tun. Auf einen Dach mit Gerüst bzw. später im Inneneinsatz ist jede Kleinigkeit zu bedenken und dabei kann einen der Gruppenführer (eher weit weg) nicht wirklich helfen. So habe ich Verantwortung für meinen Kameraden übernommen. Auch war es bei diesem großen, recht unübersichtlichen Einatz sehr wichtig, immer wieder Lagemeldungen zu geben, auch die Atemschutzüberwachung musste beachtet werden.

Als Führungskraft eingesetzt zu werden, ist zwar für mich immer noch keine Routine, doch man wächst eben mit seinen Aufgaben und lernt unheimlich viel aus manchen Situationen.  Auch entwickelt man ganz andere, neue Gefühle und es verändert sich die Sichtweise auf manche Einsätze und die dazugehörigen Entscheidungen. Ich hoffe in nächster Zeit noch öfters in die Führungsrolle schlüpfen zu dürfen!

3 Kommentare

  1. Wenn ich das richtig erinnere, haben Gruppenführer/Gruppenführerinnen einen speziellen Lehrgang absolviert – ist das für Truppführer/Truppführerinnen auch so oder wird man das einfach nach und nach mit steigender Erfahrung?

    Und wie funktioniert das eigentlich mit der Atemschutzüberwachung? Hab den Begriff jetzt schon öfters auf einschlägigen Blogs gelesen, aber kann mir nicht so ganz vorstellen, wie das abläuft 🙂

    (Ich hoffe, ich nerve nicht mit all meinen laienhaften Fragen)

    1. Es gibt einen Truppführer-Lehrgang. Dieser bildet in der Feuerwehr den Abschluss der Grundausbildung.
      Allerdings ist dieser nicht unbedingt verpflichtend um auch als Truppführer eingesetzt zu werden.
      Ich habe diesen Lehrgang aufgrund meines Studiums und den damit verbundenen Wohnortwechseln auch erst in diesem Jahr machen können. Davor bin ich jedoch auch bereits als Truppführerin eingesetzt worden.
      Man sagt heirbei immer, dass man höchstes eine Sufe höher eingesetzt werden soll wie man die Ausbildung hat. D,h. als Trupfführer könnte man auch schon einmal als Gruppenführer eingesetzt werden.

      Die Atemschutzüberwachung ist echt ein Thema für sich, vielleicht schreibe ich dazu mal einen Artikel,
      Zunächst einmal muss jeder Atemschutztrupp im Einsatz und bei Übungen überwacht werden.
      Dies geschieht meist mit einer Tafel auf der Name, Trupp, Einatzauftrag und so weiter aufgeschrieben werden. Dazu muss in bestimmten Abständen über Funk beim Trupp nachgefragt werden, ob alles ok ist und wo sie sind (beim Inneneinsatz) sowie der Druck der Luftflasche.
      Diese Überwachung kann entweder durch den Gruppenführer, dem Maschinisten oder einer dazu bestimmten Person durchgeführt werden.

      So ich hoffe, ich konnte ein bisschen Licht ins Dunkle bringen. Deine Fragen nerven doch nicht, sie zeigen Interesse und ich beantworte gerne Unklarheiten. 🙂

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