Wissenschaftlich begleiteter Trinkversuch


Im Rahmen meines Studiums durfte ich an einem wissenschaftlich begleiteten Trinkverusch teilnehmen.

Dabei traffen wir Studenten uns nachmittags, um zunächst einem Vortrag zu lauschen. Dort wurden uns zunächst von einem Juristen die Einwirkungen und Grenzen von Alkohol und Dorgen aufgezeigt und teilweise auch die Methoden, um von der Polizei überführt zu werden. Es war ganz interessant, aber teilweise auch etwas langatmig.

Danach erläuterte ein Rechtsmediziner wie der Alkohol auf den Menschen wirkt, alles ziemlich chemisch und für viele meiner Mitstudenten nicht wirklich nachvollziehbar. Doch auch hier hörten wir einige Punkte zum Thema Promillberechnung, Einfluss auf den Körper und auch zum Abbau, die ich sehr interessant fand. Lustig hingegen waren eher seine Zeichnungen von den Organen wie dem Herz und Leber, denn diese hatten eher Kindergartenniveau, doch er musste es eben für alle verständlich machen. Auch rechtsmedizinisch wurden einige Nachweismethoden aufgezeigt, was ich super interessant fand, wie man manche Alkoholtäter so überführen und Behauptungen wiederlegen kann.

Nach über 2 Stunden ging es nun endlich an den praktischen Teil, nämlich den eigentlichen Trinkverusch. So bekam jeder nach Körpergewicht und Größe sowie natürlich Geschlecht ausgerecht, wie viel Bier oder Wein er trinken muss, um auf einen vorher selbst festgelegten Promillwert zu kommen. Ich entschied mich dabei für einen eher geringen Wert von 0,3 %o, da ich abends wegen einer Feuerwehrübung wieder nüchtern sein wollte. Dies bedeutete, dass ich 1 3/4 Gläser Wein trinken sollte.

Das Trinken fiel uns allen nicht wirklich schwer, höchstens vielleicht den Männern, die bei Bier doch eine recht große Menge trinken mussten, besonders wenn sie 1,0 Promille erreichen wollten. So wurde es schon nach sehr kurzer Zeit recht laut und man merkte die enthemmende Wirkung des Alkohols. Da es sehr warm war und wir alle ziemlich nüchtern waren, da man vorher nichts essen durfte, spürte man den Alkohol noch mehr.

Ich hatte meine Menge recht schnell getrunken und aus Versehen auch etwas mehr getrunken. Danach konnte ich schon einige Veränderungen an mir bemerken. Ich wäre so nicht mehr Auto gefahren, auch wenn ich noch unter dem kritischen Wert von 0,5 Promille gelegen hatte. Dabei tranken die meisten meiner Freunde jedoch mehr und ich konnte auch feststellen, dass ich im Vergleich zu ihnen noch relativ fit gewesen bin.

Nach 20 Minuten Wartezeit nach dem letzten Schluck ging es schließlich für jeden zum Messen. Zunächst war der Atemalkoholtest dran, welcher eben normalerweise bei Verkehrskontrollen durch die Polizei durchgeführt wird. Nach dem Blasen durch das Messgerät zeigte es bei mir einen Wert von 0,44 %o, was mich schon ein bisschen überraschte. Doch nachdem ich ja auch etwas mehr getrunken hatte, denke ich mittlerweile, dass der Wert doch realistisch ist. Danach sollte noch die Blutabnahme für den Blutalkoholtest anstehen. Da ich die erste war, die zum Messen kam, wurde ich natürlich von vielen beobachtet, die sehr neugierig wissen wollten, wie alles ablief. Ich hingegen war ziemlich gelassen und lies die Blutabnahme sehr ruhig über mich ergehen, als Thrombozytenspenderin auch schon Routine.

Naja ein bisschen beäugte ich den Rechtsmediziner dann schon, da auch er schon einiges getrunken hatte, doch ich vertraute auf seine Künste des Stechens zum Blutabnehmen, was er auch ganz gut machte. Er konne also nicht nur Leichen sezieren.

Danach durften wir endlich eine deftige Mahlzeit zu uns nehmen, es gab Pizza, die auch alle dringend nötig hatten. Doch wie es so ist, gibt es eben auch immer wieder Leute, die ihre Grenzen überschreiten. So trank eine Studentin das doppelte ihres errechneten Wertes und hatte schnell einen Wert von 1,3 Promille. Einige redeten eindeutig mehr aus dem Nähkästchen als ihnen danach lieb gewesen ist, doch Alkohol macht nun einmal auch redsam. Zusätzlich wurde nach dem eigentlichen Trinkversuch noch einiges getrunken, sodass es für viele eine sehr kurze Nacht und einen Kater umsonst dazu gab. Auch einige  kleinere Verletzungen durch Umknicken oder eine Zigarrette waren dem Alkohol geschuldet.

Insgesamt jedoch ein gelungener Nachmittag, denn man will ja auch einmal selbst kennenlernen, wie man genau auf Alkohol in einer gewissen Menge reagiert und die Ergebnisse der Blutprobe werden schon sehnsüchtig erwartet. Ich muss jedoch sagen, dass ich zum Glück erst recht spät abends auf dem Campus zurückgekommen bin und so die meisten nicht mehr im doch recht betrunkenen Zustand ansehen musste, denn dies reicht mir schon oft genug im Rettungsdienst.

8 Kommentare

    1. Ja der Praktische Teil war ganz gut. Ich muss gestehen, wenn diese Übung nicht gewesen wäre, dann hätte ich die Weinflasche schon noch ganz gerne ausgetrunken 😉
      Jetzt warten wir nur noch auf die Blutalkoholwerte.

  1. Und im nächstem Semester wird dann im gemeinsamen Selbstversuch ausprobiert, wie die interessanten Sachen im Notarztkoffer so wirken…;-)

    1. Also ob man einen Trinkversuch macht oder mit Medikamenten experimentiert ist schon ein gewaltiger Unterschied.
      In manchen Studiengängen gehört so ein wissenschaftlicher Trinkversuch eben zur Ausbildung dazu, selbst hohe Politker machen sowas ja manchmal mit!
      AuBer ich habe wenig getrunken und vor allem bin ich rechtzeitig zu meinem Termin verschwunden, denn nach dem eigentlichen Trinkversuch wollte ich als Rettungsdienstlerin wirklich nicht mehr anwesend sein! Denn wer weiß, wer da nicht dann alles so Hilfe benötigt! 😉

      1. Man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben, da ist ein Notarztkoffer eine Herausforderung 😉

        Wir haben der Jugend auch mal das besoffen Autofahren demonstriert, die Verkehrswacht hat erläutert, die Rennleitung uns eine Strecke abgesperrt und immer schön pusten lassen. Interessantestes Ergebnis: Frauen fahren mit 0,5 Promille besser als nüchtern (weil sie keine Angst mehr vorm Auto haben und im Notfall auch mal *richtig* auf die Bremse treten).

      2. Hmm also die Medikamente, die wir auf dem Rettungswagen haben, zu testen, wäre schon eine längere Testphase. Manche Dinge wären ja vielleicht ganz lustig, doch alles möchte ich da wirklich nicht ausprobieren. Stehe eher nicht so gerne auf der anderen Seite als Patient 😉

        Bei unseren Trinkversuch wäre ich aber auch gerne noch so zu Testzwecken einmal Auto gefahren, also in einem Simulator oder eben abgesperrt, doch solche Möglichkeiten hatten wir leider dann doch nicht. Aber ich glaube nicht, dass ich als Frau dann besser Bremse, denn dies kann ich mittlerweile, dank zahlreicher Bremsungen auf der Autobahn als Pendlerin schon ganz gut, bin da nicht die Fahrerin, die ängstlich reagiert 😉

  2. Das war damals ein recht guter Versuch, da wurde so einiges (nüchtern wie angeheitert) ausprobiert. Es wurde beispielsweise die Tachoscheibe (die Teilnehmer waren alle mit ihrem eigenen Auto da und wußten, was sie fahren) abgeklebt und die Aufgabe gestellt, X km/h zu fahren. Und die Polizei hat das gelasert.Das „kontrolliert besoffen fahren“ war bei der Aktion nur ein kleiner Teilaspekt. Mehr Raum haben wirkliche Fahrübungen (jetzt brems mal von 30 auf 0 und wir messen den Bremsweg; dasselbe nochmal, nachdem wir die Straße mit Gartenschlauch ausgiebig gewässert haben) eingenommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s